Die Getretenen – Seite 3

Es ist hier weit und breit kein Polizist oder Ermittler. Es gibt hier nur die alarmierten Jugendlichen, die ihn auch gefunden haben und der Lehrer, der hinzugerufen wurde. Selbst der Rettungsdienst ist mit Internatskräften besetzt. Der Skandal des Selbstmordes wird so intern geregelt. Es ist eine Katastrophe.



Ich hatte früher selbst in dem Haus gelebt aus dem der Vierzehnjährige die Flucht in den Selbstmord angetreten hatte. Es gab in dem Haus einen schwulen Mitbewohner, der es verstand andere Altersgenossen dazu zu bewegen ihm erigierte Penise zu zeigen. Auch ich war eines seiner Opfer. Die Hauseltern wussten wohl nichts von dem Geschehen. Ich vermute fast, der Vierzehnjährige ist auch eines seiner Opfer geworden. Aber er hat uns nichts davon erzählt als er ein paar Wochen vor dem Selbstmord zu uns flüchtete. Wir selbst also ich und meine Zimmergenossen waren ja nicht viel älter und was verstehen schon Sechszehn- bis Siebzehnjährige von Krisenintervention. Nach seinem Tod diskutierten wir noch stundenlang am selben Abend darüber, was wir hätten anders machen müssen. Wir hatten es nicht kommen sehen und machten uns Vorwürfe.



Als ich sieben Jahre alt war, bekam ich keine Luft mehr. Ein Dorfjunge hatte dem Ketzer wie mir den Schal zugezogen und ich bekam ihn nicht mehr auf. Ich war auf dem Nachhauseweg von der Grundschule. Der Täter war älter als ich und stärker. Er hatte wohl seinen Spaß daran die Protestanten zu quälen. Am Sonntag würde er dann zu seinem katholischen Priester gehen und beichten. Der erteilt im dann die Absolution und es ist wieder alles gut in dem bayerischen Dorf. Ich bekam wirklich keine Luft mehr und hatte Todesangst. Der dämliche Schal ging nicht mehr auf. Meine Rettung war eine Klassenkameradin, die des Weges kam und mein angelaufenes Gesicht sah und mir half. Sie war meine Retterin.



Ich muss fünfzig Jahre alt gewesen sein, als ich mit ihr diskutierte. Von den Geschlechtsmerkmalen war sie ein junger Mann. Jung und begeistert wollte sie sich engagieren. Letztlich verstand ich von ihren Problemen nichts. Es ist nicht meine Welt. Ich bin bei allem, was ich auch immer kennenlernte ein heterosexueller Mann. Zwar hatte mich der Schwule im Internat heftig verwirrt, aber nach der Pubertät war meine sexuelle Orientierung vollkommen klar und auch meine Identität machte mir hierzu keinerlei Probleme. Aber selbst wenn ich ihre Probleme nicht vollkommen verstehen konnte, sah ich die Getretene. Mir sind wohl schon zu viele Getretene begegnet. Eines ist eigentlich allen gemeinsam, sie sind nicht so, wie die Tretenden sie haben wollen. Wie der katholische Dorfjunge eben in dem mehrheitlich katholischen Dorf Protestanten jagt.



Der Obdachlose redete mit mir jetzt schon über zwei Stunden. Wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht mehr, was er mir alles erzählte. Die Geschichte trug sich zu als es bereits Mobiltelefone gab. In meiner Verzweiflung aus dem Gespräch nicht mehr rauszukommen, rief ich meine Frau zu Hilfe und lies mich von ihr befreien. Ich war ein Feigling. Ich hatte keine Kraft und keinen eigenen Mut mich aus der Situation zu lösen. Ich lies mich abholen.

Der Vierzehnjährige lag auf dem Boden neben dem Baum. Die Kollegen legten in auf die Rettungstrage und schoben ihn in den Krankenwagen. Es waren wesentlich mehr Jugendliche in der Zwischenzeit da.

 

Die Getretenen – Seite 2

Wir hatten ihn gefunden. Es war zu spät, er hatte seine Drohung wahr gemacht. Ein paar Wochen vorher noch, war dieser vierzehnjährige Wuschelkopf zu unserem Haus der Älteren gekommen und hatte sein Leid geklagt. Letztlich blieb er in dem Konflikt mit den Hauseltern und den Mitbewohnern alleine. Er hatte wohl keinen Ausweg mehr gesehen und die letzte Konsequenz gezogen, die einem Menschen möglich ist.

Nicht jeder Getretene zieht diese Konsequenz. Der Nordrheinwestfale wurde kriminell. Ein anderer den ich kennenlernte, wollte mit Salzsäure einen Zigarettenautomaten aufknacken. Ist das jetzt vierzig Jahre her? Ich weiß es nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass der Versuch kläglich scheiterte. Der Automatenaufsteller wird über den Schaden, den er angerichtet hat, wahrscheinlich geflucht haben. Ein Verlustgeschäft für alle Teilnehmer. Der Vorsatz keine Namen zu verwenden und zu nennen führt nun zu alternativen Namen. Den Menschen, der den Zigarettenautomaten mit Salzsäure knacken wollte, werde ich Jahrmarktsjunge nennen. Im Gegensatz zum Nordrheinwestfalen war er eher klein und schmächtig. Ich kann mich nicht einmal erinnern, ob die beiden sich jemals kennengelernt hatten. Aber sie waren im ungefähren gleichen Zeitraum. Irgendwann nach dem Tod des Vierzehnjährigen. Das muss fünf Jahre danach gewesen sein.



Den Jahrmarktsjungen nenne ich so, weil er ein Kind von Schaustellern war. Er verschaffte mir mal einen Job beim Aufbau eines Karussells oder war es ein Autoscootergeschäft. Oder vielleicht war es auch beides. So genau weiss ich es nicht mehr. Lastwagen entladen und Teile schleppen. Wenn der Rummel dann vorbei ist und alle Leute nach Hause gegangen sind in den frühen Morgenstunden von Sonntag auf Montag die Lastwagen wieder mit den Teilen beladen. Spätestens Montagmittag finden die Bewohner des Kreisstädtchens einen leeren Platz vor, denn der nächste Rummel wartet schon. Ein harter Job ist das.

Die Landknechtstochter machte die Tür auf. Ihre Augen waren freudig erregt. „Ich habe keine Zeit!“ sagte sie durch die Türspalte und schickte mich weg. Es war jetzt klar. Sie hatte sich für den Bauernburschen entschieden. Sie würde jetzt Sex haben. Die Perle, die ihr geschenkt wurde, war eine verschwendete Ausgabe. Dann eben mit dem Nordrheinwestfallen Pfandflaschen klauen und am nächsten Tag einlösen.

Ich stand an der Kreisstraße und wartete. Der KTW näherte sich und ich sprang auf die Straße. Hier war die Einfahrt in den Wald, wo sich ein paar hundert Meter weiter der Vierzehnjährige erhängt hatte. Sie hielten an und ich setzte mich auf den Beifahrersitz. „Er ist tot.“ sagte ich. Selbstverständlich wusste ich, dass er offiziell noch nicht tot war. Das würde später ein Arzt feststellen. Es gab mal einen erfahrenen Notarzt, der hat uns intubieren üben lassen. Wir konnten nichts mehr falsch machen, denn das Unfallopfer war leider nicht mehr zu retten. Wir hatten uns auf der Fahrt in das Krankenhaus bemüht. Aber manchmal ist jede Mühe vergebens. Ich weiß nicht einmal, ob das legal ist, das der Arzt nach der Feststellung des Todes uns das intubieren zeigte und üben lies. Doch offiziell gab es zu dem Zeitpunkt noch keinen Totenschein. Die Fahrt in das Kreiskrankenhaus dauerte mindestens noch dreissig Minuten. Vielleicht erscheint das jemanden als kalt. Doch ich hatte auch Verständnis für diesen Arzt. Wir rückten von der Wache als Krankentransportwagen nämlich immer ohne Arzt aus. Ein Arzt kam nicht immer rechtzeitig dazu. Vielleicht rettet ja diese Übung eines Tages jemandem das Leben. Auch diesmal war kein Arzt an Bord als wir den Vierzehnjährigen abholten. Die Praxis sieht so ganz anders aus, als in den ganzen Krimis. Selbst wenn es Mord gewesen sein sollte, hat schon der Lehrer mit der Aktion „Holt ihn da runter!“ alles verändert.

Die Getretenen – Seite 3

 

 

 

 

 

Die Getretenen – Seite 1

„Holt ihn da runter!“ Fünfzig Jahre später dachte ich mir: Der Lehrer hat alles falsch gemacht. Wenn du nun die Geschichte aufschreibst, dann verwende keinen Namen. Was sollen die Namen auch jemanden sagen?
Die Jungen kletterten auf den Baum und holten ihn runter. Ein vierzehnjähriger Junge, der unter den Heimeltern und dem Mobbing gelitten hatte. Nun war dieses Leben zu Ende. Was heißt hier nun? Es ist jetzt Ewigkeiten her. Dennoch es bleibt die Erinnerung. Die Gespräche mit einem Jungen sind so lebendig wie sein Tod. Es ist etwas hängen geblieben in diesem Leben.

Nicht jede Geschichte bleibt in der Erinnerung. Da ist der Vater, der den einjährigen Jungen getreten hat. Von diesen Tritten gibt es keine Erinnerung. Diese Tritte wurden von der Mutter erzählt, als die Eltern die Kinder auf die Scheidung vorbereiteten. „Wie kannst du nur für deinen Vater Stellung beziehen, da er dich doch als Einjähriger getretten hat?“ Ja, wie konnte ich nur.
Was mochte nur der Vierzehnjährige erlebt haben. Seine ältere Schwester lebte im gleichen Internat. Ich wusste bis zu seinem Tod noch nicht einmal, dass er eine Schwester hatte. Die Jungen lebten in den Jungenhäusern, die Mädchen in den Mädchenhäusern.
Er war aus Hamm nach Bayern gezogen. Anfang 20 und schwarzes Haar mit einem kleinen Oberlippenbart schlug er vor die Pfandkästen bei einem Supermarkt aus dem Hinterhof zu holen und am nächsten Tag, sich dafür das Pfand zu holen. Auch diese Geschichte ist ein halbes Leben her. Ich habe mich zu einem Kleinkriminellen machen lassen. Ich hätte ja nein sagen können, aber ich tat es nicht. Der Nordrheinwestfale brauchte mich, denn ich hatte den Lastwagen.
Ich kann mich hinstellen und schreiben, das ist alles erfunden. In gewisser Hinsicht ist es erfunden, weil jede Erinnerung falsch ist. Nie erinnert man sich an alles. So wie der Einjährige nichts von den Tritten seines Vaters wusste. Diese Tritte existieren in der Erinnerung nicht. Es existiert die Erzählung der Mutter achtzehn oder neunzehn Jahre später. Die Mutter hat mich nur einmal geschlagen nur ein einziges Mal. Die Hand ist ihr ausgerutscht. Danach tat ihr die Hand weh und meine Wange brannte. Aber ich lies mir nichts anmerken. Ich hatte den Schlag kommen sehen. Stur wie ich war, versteifte ich meinen Hals und die Wange war ein harter fester Widerstand geworden. Sie hatte mit voller Kraft ausgeholt. Jetzt tat ihr die Hand weh. Ein Kopf, der nicht ausweicht, hat ziemlich harte Knochen. Es war ihre eigene Kraft, die auf Widerstand stiess, und sie sich damit selbst verletzte. Danach schlug sie nie wieder zu.

Der Lehrer schickte mich zur Kreisstraße, damit ich den Rettungswagen, der die Leiche abholen sollte, einweisen konnte. Ich war selbst ehrenamtlich bei diesem Rettungsdienst und die Kollegen kannten mich. Der Lehrer wusste das. Jeder kannte irgendwie jeden im Internat. Alle waren ausgerückt, weil die Hauseltern, des Hauses in dem der vierzehnjährige mit ungefähr dreissig anderen Jungen lebte, Alarm geschlagen hatten. Das halbe Internat war auf den Beinen um den Jungen zu suchen.

Die Getretenen – Seite 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Remembering Georg Floyd

Heute habe ich mir auf Twitter einen alten Tweet von mir rausgesucht https://twitter.com/ArnoldSchiller/status/1268329481401442306  als George Floyd trendete. Damit ich ihn nicht wieder suchen muss, lege ich die Zeilen als Artikel ab.

Ich kann nicht atmen.
Die Freiheit durchströmt mich,
wenn ich atmen kann.
Ich kann nicht atmen.

Ich kann nicht atmen.
In Freiheit ist es unbeschwert,
wenn ich atmen kann.
Ich kann nicht atmen.

Ich kann nicht atmen.
Von Lasten befreit
kann ich atmen.
Ich kann nicht atmen.

Ich kann nicht atmen.
Wenn ich atmen kann,
dann bin ich frei.
Ich kann nicht atmen.

Ich kann nicht atmen.
Freie Gedanken fliegen
fliegen an meinem Atem vorbei.
Ich kann nicht atmen.

Ich kann nicht atmen.
Wenn die Enge erdrückt,
von den Lasten bedrückt,
dann kann ich nicht atmen.

Nun nach obigen Zeilen gab es dann noch ein Update das ganze in Englisch zu übersetzen

I can’t breathe.
Freedom floods me,
if I can breathe.
I can’t breathe.

I can’t breathe.
Freedom is lightsome,
if I can breathe.
I can’t breathe.

I can’t breathe.
Freed from burdens
I can breathe.
I can’t breathe.

I can’t breathe.
If I can breathe,
then I’m free.
I can’t breathe.

I can’t breathe.
Free thoughts fly
fly past my breath.
I can’t breathe.

I can’t breathe.
When the tightness is crushing..,
weighed down by the burdens,
then I can’t breathe.

Das ganze ist aber noch nicht alles, was die Erinnerung betrifft.  2019 entstanden die Zeilen welches sich an ein Gedicht von 1979 anlehnt, welche Schwarz weiss Schwarz heisst

Sie schauen weg

Die Leiche bleibt zurück

Kein warum wieso

Und wieso

Gut Bös Gut . . .

Wo ist der Mensch

Bös Gut Bös . . .

Gestern und heute

und auch morgen

Keine Änderung der Welt,

Der Tod regiert

Die Leiche bleibt zurück

Sie schauen weg
 
 

 

 

 

schwarz weiß schwarz

Sie laufen weg

Er bleibt zurück

Warum wieso

Ausgestoßen

schwarz      weiß        schwarz . . .

Er ist doch auch ein Mensch

weiß       schwarz       weiß . . .

Vergangenheit oder heute

morgen oder gestern

Arme Welt, traurige Welt

Er ist alleine

Er bleibt zurück

Sie laufen weg


Eine Lanze für die Spinner

Denn sie wissen nicht was sie tun. Ich weiß es zwar auch nicht, aber so manches hat seine Ursachen. Ich hatte mir auch schon überlegt, ob ich diesen Artikel hier „Auf in die Hexenverbrennung“ statt „Eine Lanze für die Spinner“ nenne.

Es ist äusserst herausvordernd sich diesem Thema zu nähern. Die die Querdenker sind zweifelsfrei Spinner und es widerstrebt mir diese rechtsradikalen Vollidioten verteidigen zu wollen. Nur ich mache es mir zu einfach, wenn ich diese fehlgeleiteten Leerdenker einfach nur abstemple. Das ist nicht nur einfach, es ist auch falsch.

Im Grunde genommen sind sie nur das Phänomen einer total verrückt gewordenen Gesellschaft. Sie sind die Hexenverbrenner einer Hexenverbrennungsgesellschaft. Die Folterknechte der Unmenschlichkeit sind nicht die Ursache, sondern das Ergebnis einer fehlgeleiteten und ungerechten Gesellschaft.

Wenn wir in die Geschichte zurückschauen und den Irrsinn der zum Beispiel und Maximillian von Bayern in Bamberg statt fand, dann ist Bamberg nur der Exzess einer Gegenreformation. Der Fisch, heisst es, fängt am Kopf das Stinken an.

Die Mächtigen und Reichen einer Gesellschaft begreifen es zuletzt. Sie verstehen nicht nur nichts, sie wissen auch gar nicht mehr, was ihr Handeln auslöst und warum die Gesellschaft abdriftet.

Meine Lanze für die Spinner ist keine Lanze für den Unsinn, den diese sich gegenseitig erzählen. Nur ist dieser Unsinn gar nicht so groß, wie ein rationaler Mensch denken mag. Es ist mehr das Fahrwasser in das sich Menschen aufgrund gesellschaftlicher Verhältnisse begeben und niemand auch mit einem Intelligenzquotienten von 160 ist vollständig dagegen gefeit.

Somit stehe ich mit diesem Text hier vor einem ganz ganz ganz gewaltigen Problem. Für die einen wird er dumm sein und für die anderen ist er leicht abzulehnen. Es gibt kein rationales eineindeutiges Kriterium um diesen komplexen Sachverhalt verständlich zu formulieren.

Zumindest erweitere ich Stück für Stück meinen Wortschatz diesbezüglich. Soziale Dissonanz ist so ein Text darüber. Aber das alleine erklärt die verschiedenen Lebenswelten bei weitem nicht. Es dürfte jetzt so vier bis fünf Jahre her sein bei einem Bundesparteitag des Bündnis Grundeinkommens als ich stellvertretender Bundesvorsitzender war, da hatte ich unter anderem eine Diskussion mit einer Dame, die die Alternative für Deutschland verteidigte.  Nichts von dem was sie sagte war wirklich falsch. Das macht es auch so schwer die Menschenverachtung darin zu entlarven. Es ist das Fahrwasser und die Gedankengebäude, die durchaus auch rational schlüssig sein können.

Die Spinner, die sich nun am 20.3.2021 in Kassel getroffen haben, sind nicht mit Argumenten überzeugbar. Im Gegenteil wenn man nicht moralisch ein zutiefst verfestigter intelligenter Mensch ist, könnte durchaus die Gefahr bestehen, dass der eine oder andere die Seiten wechselt. Das mystische Denken des kleinen Kindes mag so manch einen sogar besonders dafür anfällig machen.

Diese Gedankengebäude an sich gab und gibt es schon immer in der Gesellschaft. Erich von Däniken wäre so ein Protagonist aus meiner Kindheit, der schon seit Ewigkeiten größten Unsinn verbreitet. Johannes von Buttlar wäre ein anderer. Es gibt Menschen, die gründen ganze Kirchen auf Unsinn.  L. Ron Hubbard  hat das tatsächlich gemacht.

Und damit wären wir bei Hexenverbrennung und der Gefahr, die wirklich von solchen Strömungen ausgeht. Eine destabilisierte Gesellschaft kann tatsächlich dadurch zerstört werden. Die Frage allerdings, die sich wirklich stellt, was macht eine Gesellschaft so instabil, dass Spinner das können.

Die Märchenerzähler, Spinner oder sonst wer, die gab es schon immer, aber sie haben nicht immer eine Chance. Eine kaputte, kranke und ignorante Gesellschaft gibt ihnen erst die Chance Massen zu verführen.

Und zumeist sind es die Führenden und Herrschenden, die diesen Spinner erst die Tür und das Tor öffnen. Sie bilden sich in ihrem herrschaftlichen Wissen ein alles zu wissen und besser zu wissen, aber haben schon längst den Kontakt verloren. Je mehr sie sich von allen Menschen entfernen und je größer die Kluft wird, desto mehr droht die Gefahr, dass die Gesellschaft zerbricht. Kassel ist nur ein Symptom. Das dieses Symptom dann noch dazu gefährlich ist, weil des das Virus durch die Republik verschleudert, kommt dann nur noch als I-Tüpfelchen drauf.

Und nein es ist nicht richtig auf die Spinner zu hören und ihnen zuzuhören. Man sollte auch nicht den Hexeninquisitoren zuhören, warum die Folter den Teufel hervorbringt. Zuhören sollte man den Ohnmächtigen, den Getriebenen, den Geschlagenen, den Gefolterten.

Doch das ist Illusion auch Max interessierte sich für die Hexen letzlich nicht und liess sie verbrennen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gamestop

Mit #GameStop gibt es  jetzt ein valides Argument für die seit Jahren geforderte #Finanztransaktionssteuer.

 Es gibt keinen Mangel an Meinungen darüber, was mit Gamestop , Robinhood, Traderepublic, Citatel, Melvin Capital und Reddit’s r/wallstreetbets los ist. Pluralistic.net hat das auf Englisch gut zusammengefasst.

Unter anderem schreibt er: Die Strategien der Mächtigen sind legitim, während die Strategien ihrer Möchtegern-Thronfolger nicht legitim sind. Manchmal sind sogar regelrechte Betrügereien in Ordnung, wenn sie von Leuten mit genug Macht durchgeführt werden.

Die Aufregung über den Handelsstop von RobinHood und Traderepublic resultiert auch daraus, dass das Geschäftsmodell dahinter meist nicht verstanden wird. Tatsächlich ist es das alte Spiel. Wenn ein Dienst umsonst ist, dann zahlst du mit deinen Daten.

Viele haben in der Vergangenheit gegen die Finanztransaktionssteuer argumentiert, dass die die kleinen Sparer treffen würde. Das ist falsch, denn die kostenlosen Brokerapps sind möglich weil mit diesen Daten im Computerhandel Geld verdient wird. Das würde auch dann der Fall sein, wenn es eine Finanztransaktionssteuer gäbe. Die Gewinne allerdings, die daraus entstehen kämen auch der Allgemeinheit zu Gute.

Im Falle von Gamestop beginnt die Geschichte damit, dass ein Hedge Fund gegen einen Einzelhändler in der Pandemie mit Leerverkäufen wettet. Ein Gegenspieler dieses Hedgefonds und Milliardär wie Eigentümer von Citadel wird durch die Handelsaktivitäten auf RobinHood darauf aufmerksam. Ab da wurde gnadenlos gezockt, was das Zeug hält.

Eigentlich macht Citadel sowas wie einen Front-Runner. Front-Runner schleusen sich in Transaktionen ein, indem sie spionieren. Wenn ich weiß, dass Alice einen Haufen von Bobs Aktien kauft, kann ich sie eine Millisekunde vor Alice aufkaufen, den Preis erhöhen und mit Gewinn an Alice verkaufen. Mit einer Finanztransaktionssteuer könnte sowas wegfallen.

https://marketsweekly.ghost.io/what-happened-with-gamestop/  schreibt:Der GameStop-Wahnsinn ist nicht David gegen Goliath. Es ist Goliath gegen Goliath, mit David als Feigenblatt.

Allerdings brachte mich die Gamestop Geschichte auf die Idee das viele kleine Davids trotzdem was in das Rollen bringen könnten.


D

Schwangerschaftsabbruch

 So funktioniert ein Schwangerschaftsabbruch (auch als “Abtreibung” bekannt)

Bestimmt wunderst du dich: Wieso finde ich auf der Webseite  eine Information zu Schwangerschaftsabbrüchen? Ganz einfach: Da die Ärztin Kristina Hänel mit Verweis auf den Paragraph 219a dazu verurteilt wurde, Informationen zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen von ihrer Webseite zu nehmen, ist es wichtig, dass betroffene Menschen diese Informationen dennoch erhalten.

Nun bin ich leider gezwungen, meine Informationen von der Webseite zu nehmen, sonst wäre ich am Ende finanziell ruiniert. Aber, wichtig: Alle Personen, die KEINE ABBRÜCHE MACHEN, dürfen über Schwangerschaftsabbrüche informieren. Bitte tut das jetzt! #219a
— Kristina Hänel (@haenel_kh) January 19, 2021

Frag den Staat

Zu einer freien Gesellschaft gehört Informationsfreiheit: Alle Menschen, insbesondere Frauen und Menschen mit Gebärmutter, müssen sich frei über Möglichkeiten eines Schwangerschaftsabbruchs informieren können.

Weil Ärzt:innen diese wichtigen Informationen aufgrund informationsfeindlicher Regelungen in § 219a StGB nicht mehr selbst bereitstellen dürfen, stellt FragdenStaat wichtige Informationen zum Ablauf legaler Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland bereit.

Liste von Ärztinnen und Ärzten, Kliniken und Einrichtungen

https://www.familienplanung.de/beratung/schwangerschaftsabbruch/praxen-kliniken-und-einrichtungen/
 

Die Zukunft ist tot

Karl Liebknecht hat kurz vor seiner Ermordung einen martialischen Text verfasst, der als Kind seiner Zeit wohl so verfasst sein musste. Sehr häufig bemühte er darin Spartacus und wie es vor über 100 Jahren üblich war zum Kampf. Und diese Schlacht singt die SPD noch heute in ihren Liedern und ist darin alt und konservativ. Die Zukunft ist tot.

Armin Laschet ist heute, da ich diese Zeilen schreibe, zum CDU Vorsitzenden gewählt worden. Er ist der visionslose Politiker der heutigen Zeit, der Zukunft noch nicht einmal denken geschweige denn formulieren kann. Es ist Dienstleister für eine Wirtschaft auf Tönnies oder sonstigen Gnaden, der die Bevölkerung einfangen muss, damit das Kapital herrschen kann. Selbst hat Armin Laschet keine Ideen für die Zukunft. Die Zukunft ist tot.

Olaf Scholz wurde von der SPD zum Kanzlerkandidaten gekürt. Auch ist der moderne Politiker, der keine Vorstellung der Zukunft hat und tief und fest in der Vergangenheit verwurzelt ist.  Der Arbeiter dient dort als Gallionsfigur um sich als links bezeichnen zu können, derweil gibt es die Arbeitnehmerschaft schon lange nicht mehr.  Was Marx oder Liebknecht zu befreien suchten und als Proletariat bezeichneten, ist so heutzutage nicht mehr existent. Geblieben ist das Klassensystem aus den Zeiten von Otto von Bismarck, dessen Bewahrer und Hüter die Sozialdemokratie geworden ist. Die Zukunft ist tot.

Janine Wissler trägt das Banner für Die Linke für ein klares linkes Profil für Frieden und soziale Gerechtigkeit in die stolze Vergangenheit. Was sich linkes Profil nennt, ist lediglich die konservative Verehrung alter Konzepte aus dem 19. Jahrhundert. Diese werden verehrt und geheiligt. Wollte ich mit diesen linken Marxisten ernsthaft über Zukunft diskutieren, befände ich mich schnell in einer politikwissenschaftlichen Grundsatzdiskussion über Begriffe. Exegesen, der fast biblisch orientierten Linken, sind so strukturkonservativ und in sich geschlossene Weltbilder. Die Zukunft ist tot.

Christian Lindner und seine Genossen führen das Wort Freiheit ständig herum und predigen eigentlich eine Art Wirtschaftstotalitarismus, welches nur noch ein Spot eine humanes liberales Weltbild ist. Es ist eher ein Abgesang auf die Freiheit und ein Lob auf den Egoismus in Selbstverknechtung ohne Sinn und Verstand. 

Robert Habeck und Annalena Baerbock sind weichgespülte Systemrevoluzzer, die Umweltthemen als stolze Flagge vor sich her tragen, aber mit der ursprünglichen Bewegung aus Anfang der 1980er Jahre nichts mehr zu tun haben. In der Praxis kommen die Ideen nur noch in homöopathischen Dosen daher. Irrationale Weltbilder der Homöopathie verteidigen sie hingegen bestens in der Praxis. Die Zukunft ist tot.

Der politische Arm des Rechtsterrorismus, der sich Alternative nennt, aber zu nichts eine Alternative ist, marschiert mit den Dummen in die Vergangenheit. Die Namen ihrer Protagonisten will ich nicht einmal nennen. Sie sind selbst im Schafspelz Wölfe die wie Rattenfänger auf Stimmenjagd sind. Die Zukunft ist tot.

Die bayerische Variante der CDU, die sich sozial nennt mit Söder, Scheuer, Seehofer ist vor allem machtgierig und zum Teil menschenverachtend. Aber deren Wähler wählen diese Repräsentanten auch dann noch, wenn sie verurteilte Kriminelle sind. Dieser machtkonservative Haufen hat von Zukunft noch nie etwas verstanden, sondern eher was vom Zement der Mafia. Die Zukunft ist tot.

Die sogenannten freien Wähler sind nicht nur ideenlos, sondern sowas wie die ausgegründete innerparteiliche Opposition der CSU. Dabei sind sie nicht ganz so machtversessen aber strickt gegen das Neue und gegen die Veränderung. Die Zukunft ist tot.

Die ganzen Kleinparteien, die sich aus welchem Anlass auch immer gründen, sind sicherlich Idealisten allerdings zumeist nur mit Partikularinteressen wie die neu aufkommende Klimaliste. Zumeist wird über das Partikularinteresse nicht hinausgedacht oder schlimmer wie bei den Humanisten sogar an der Vergangenheit einer giftigen Atomkraft festgehalten.  Einige wie die Tierschutzpartei oder die Veganer fangen ihre Wähler mit diesen Teilinteressen ein. Gerade Tierschutzparteien gibt es mehrere. Es wundert mich, dass es noch keine Kinderpartei gibt, Rentnerparteien gab es ja schon. Die Zukunft ist tot.

2016 habe ich mich in das Experiment begeben ein Zukunftsthema als Partikularinteresse zur Wahl zu stellen. Es nannte sich BGE und trug als Parteinamen Bündnis Grundeinkommen. Es fanden sich keine 100.000 Wähler in Deutschland dafür, obwohl es gelang als erste Neugründung in allen 16 Bundesländern anzutreten. Die Zukunft ist tot.

Ich begann mit Karl Liebknecht und ich will nicht martialisch in die Schlacht ziehen und das Blut der Ahnen beschwören. Er nannte seinen Artikel „Trotz alledem!“ – Ich bin 2009 in die Piratenpartei eingetreten, da ich eine Zukunft sehen will, die positiv von uns allen gestaltet wird. Ich bin bei einer dieser toten Parteien, die ich oben nannte ausgetreten. Persönlich war ich mit 15 in die Jugendorganisation dieser Partei eingetreten, weil sie vor 50 Jahren ein Programm beschlossen hatte, das ich mit fünf noch nicht gelesen und verstanden hatte, aber mit 15 Jahren fand ich es toll. Auch heute noch finde ich die Freiburger Thesen gar nicht mal so schlecht. Wenn ich auch sagen muss für ein 50 Jahre altes Programm schwer veraltet, aber im Gegensatz zu dem was heutzutage an Parteiprogrammen existiert fast schon erfrischend. Nur was nützt ein Parteiprogramm, das niemals Wirklichkeit wird. Es führt in eine tote Zukunft, wenn die Zukunft nicht angegangen wird. Seit 40 Jahren erlebe ich jetzt die Klimaschadenspolitik und seit 30 Jahren erlebe ich die Unfähigkeit mit der digitalen Welt umzugehen. Die Piraten waren nun die Partei, in der ich 2009 sie nach drei Jahren Betrachtung von Aussen als die Partei wahrnahm, wo die Zukunft lebt. Die Zukunft lebt. Trotz alledem! – Allerdings wenn die Zukunft nicht gewählt wird, was ich ja immer und immer und immer wieder erleben muss, dann muss ich feststellen:



Die Zukunft ist tot!

Borys Sobieski – über ein EX-AfD-Mitglied

Hallo Du, ex AfD Mitglied….

….du wurdest dieses Jahr Mitglied bei uns. Deine Vergangenheit bei der AfD hast du bei der Anmeldung natürlich verschwiegen. Dafür warst du sehr penetrant darin einzufordern das doch bitte jemand vom Landesvorstand sich mit Dir in Verbindung setzt.

Nun, das passierte, bzw. Du bekamst meine Telefonnummer um dich mit mir in Verbindung zu setzen. Du schriebst mehrere Nachrichten und irgendwann telefonierten wir. Jetzt kamst Du mit Deiner Vergangenheit heraus. Du erzähltest mir davon das Du bis zum November 2019 ein Mitglied der AfD gewesen bist. ABER, du bist ja nun dort ausgetreten, denn die AfD wäre nichts für dich. Du fühltest dich enttäuscht, verraten und betrogen. Der Landesverband, der Landesvorstand der AfD honorierte Deinen Einsatz für die AfD nicht. Schlimmer noch, nicht nur Deinen, sondern auch den Deiner Freunde, Bekannten, der AfD Mitglieder Deines Kreisverbandes.

So zumindest hast Du es mir erzählt. Du, Ihr, habt euch für die AfD Engagiert, Infostände organisiert, Mitglieder geworben, Spenden gesammelt und einen Kreisverband aufgebaut.

Und für was? Der Landesvorstand hat das nicht gewürdigt, die AfD ist im Landtag und noch immer müsst ihr den aufreibenden Straßenwahlkampf auf euch nehmen. Das Lob dafür bekommen andere. Und das was ihr den Bürgern, den Interessenten erklärt, ist immer weniger das für das ihr die AfD gehalten habt.

Enttäuschend! Da reisst ihr euch den Arsch auf, stemmt einen Wahlkampf, sammelt Unterschriften und versprecht der Familie, Freunden und Bekannten und jedem der euch zuhört die große Revolution und den großen Umbruch.

Und was bekommt ihr? Eine Landtagsfraktion der eure Versprechen egal sind, ok das hätte euch klar sein können, hättet ihr das Programm der AfD gelesen, eine Landtagsfraktion die sich spaltet und streitet. Nicht des Programmes wegens, nein es geht darum wer weniger Rechtsradikal ist. Spoiler: An sich geht es wie weit man als Faschist gehen darf.

Überraschung? Wohl kaum! Aber im November 2019, nachdem Teile der AfD vom Verfassungsschutz beobachtet werden ist für euch, die braven Bürger, die lokalen Unternehmer, die AfD dann doch zu „rechts“.

Also tretet ihr aus, kehrt der AfD den Rücken und schaut euch um. Denn in der Politik mitmischen, was bewegen, etwas gegen „die da Oben“ tun, das verbindet, das treibt an.

Und das war der Zeitpunkt in dem ihr auf die PIRATEN kamt. Basisdemokratisch, jeder kann mitmachen, und irgendwie gegen das vorherschende System. Klingt ja perfekt oder?

Nun so perfekt ja wohl nicht, ihr wolltet ja erst mit dem Landesvorstand sprechen. Einfach beitreten war zu einfach, zu unspektakulär. Ihr wollt euch ja verkaufen.

Nun das habt Ihr getan, ich habe mit mir liebes ex AfD Mitglied telefoniert. Du erzähltest mir wie der weitere Rechtsruck der AfD dich gestört hat. Nicht weil die AfD rasistisch und fasischtisch ist, nein, nur weil ja nun der Verfassungsschutz auf einige der AfD blickt und das ja auch euch treffen könnte. Und ausserdem ist der Landesverband in Baden-Württemberg ja euch gegenüber so ugerecht.

Kein Wort darüber das Rasissmus euch stört, das rechtes Gedankengut euch stört. Nein, der Landesvorstand hat euren Einsatz nicht so gewürdigt wie ihr das gerne hättet.

Und überhaupt müsse man ja etwas gegen „die da oben“, die Politiker tun. Das würde die Gesellschaft fordern. Und Du, Ihr habt die Kontakte, ihr seid viele, ihr könntet gleich einen Kreisverband gründen und den Wahlkampf voranbringen.

So wie ihr das für die AfD gemacht habt.

Nun liebes ex AfD Mitglied, das hat wohl nicht ganz hingehauen. Termine mit uns nahmst Du nicht wahr. Warum auch, schliesslich müssten wir Dir ja Dankbar sein. Und das mit Corona, blöd das wir als PIRATEN diesen Virus ernst nehmen.

Nun ja, immerhin hast Du dich kurz nach dem letzten vereinbartem Termin entschuldigt und angemerkt das die PIRATEN eventuell doch nichts für dich sind.

Nein? DOCH! Ohhh..!

Kurze Zeit später kam Deine Austrittsschreiben. Den zwischen all der Mails und Telefonaten beglichst du den offenen Mitgliedsbeitrag und warst kurze Zeit wirklich PIRAT.

Dein Austritt wurde selbstverständlich zur Kenntnis genommen. Vielen Dank für den vollen Mitgliedsbeitrag 2020.

Und nun, warum schreibe ich das? Gestern bekam ich einige Screenshoots von Dir geschickt. Das sollte mir wohl zeigen was ich verpasse und das Du jetzt etwas besseres als die PIRATEN gefunden hast.

Keine Frage, die BASIS passt besser zu Dir. Das Feigenblatt der Basisdemokratie, der Beteiligung, des Protestes, das alles bietet Dir die Illusion auf der richtigen Seite zu stehen. Du, Ihr gegen die da in der Politik. Und wahrscheinlich glaubst Du das alles auch. Du glaubst etwas gegen die Politik, die Regierung machen zu müssen. Damit Deutschland so Deutsch bleibt wie Du es kennengelernt hast. Du hast wahrscheinlich auch einen deutschen Pass. Aber „Deutsch“ bist Du nicht. Das ist aber egal, solange du Deutscher bist als andere. Und überhaupt, Hauptsache „weiß“, Hauptsache kein Flüchtling. Das Deine Eltern oder Grosseltern einmal ihr Land verlassen haben und du damit das Glück hattest hier in Deutschland aufzuwachsen, vollkommen egal. Und überhaupt, im Osten sympathisiert man doch eh mit den wahren Deutschen. Und der Widerstand 2020, Querdenken, das alles ist doch sowieso das was in Deutschland zu kurz kommt. Deswegen jetzt die BASIS, nein das ist natürlich keine Partei der Corona Gegner, die sind nur dabei, es ist DIE BASIS.

ABER, seid ihr denn eine Partei? Und ganz ehrlich, PIRAT warst Du noch nie. Du hast die Piratenpartei nicht verstanden, du hast eine offene, eine diverse Gesellschaft nicht verstanden.

Die PIRATEN wären halt praktisch gewesen. eine funktionierende Verwaltung, funktionierende Gliederungen, Basisdemokratisch und damit „leicht“ zu übernehmen.

Nun es tut mir nicht leid das wir PIRATEN genau das nicht sind. Ja, wir sind offen, wie lieben die Meinungsvielfalt, wir sind divers, wir sind streitbar und wir sind gut organisiert.

Wir sind aber nicht gutgläubig, leicht zu unterwandern, blauäugig. Und schon gar nicht sind wir die nächste Stufe für Menschen die mit den menschenverachtenden Ansichten der AfD kein Problem haben.

Die PIRATEN sind,

Antifaschistisch
Divers
Weltoffen
eine Weltweite Bewegung
Augeklärt
Linksliberal
Und ich bin stolz darauf PIRAT zu sein, Mitglied, Vorsitzender in Baden-Württemberg, Generalsekretär der Piratenpartei Deutschland und vor allem Teil einer Weltumspanneden Bewegung.

Klarmachen zum ändern! Für Freiheit, Würde und Teilhabe.

Borys Sobieski

Linux Mint Debian

 Nachdem ich die LiveCD vier Tage benutzt hatte, bin ich dabei geblieben und habe es kurzerhand über mein Altsystem mit der manuellen Installation drüber installiert. Das ist nicht sauber, den die Binaries der alten Installation bleiben dabei erhalten. Die Paketliste ist dabei dann die von Linux Mint und es liegt damit natürlich viel altes Zeug auf der Festplatte herum.  Andererseits will ich ja auch alle Programme, die ich vorher benutzt habe auch nachher wieder benutzen.  Mit find . -type f in /mnt/sda1 > dateien habe ich mir eine Liste gemacht, was so alles rumliegt und

#!/bin/bash
awk '{printf "dpkg -S %s\n", $1}' dateien | sh | grep Kein

zeit mir alle Dateien an, die zu keinem Paket gehören. Leider funktioniert ein Pipe auf

awk '{printf "apt-file find %s\n", $8}' 


nicht, dann hätte ich die Liste der zu installierenden Pakete gleich, die noch fehlen. Aber das macht nichts, wenn ich die Ausgabe in eine Datei umleite, dann mache ich es halt auf die Datei  ./suchkeinpaket.sh &> ausgabe und

awk '{printf "apt-file find %s\n", $8}' ausgabe | sh


So fällt dann auf, dass gewisse Pakete in Buster einfach nicht existieren. gif2png zum Beispiel oder auch mp4tag – nicht das ich die Tools jetzt aussergewöhnlich oft benutze, aber manchmal sind sie halt nützlich und in irgendwo in der Gewohnheit verankert. Die Pakete existieren an sich entweder in testing, unstable oder oldstable. Ubuntu 18.04 baute auf buster/sid und nicht auf buster auf.  Deswegen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Pakete in sid sind. In der Zwischenzeit ist sid aber bullseye und nicht mehr buster.

Einerseits will ein stabiles System und andererseits will ich auf gewohnte Pakete nicht verzichten. Das hat mich jetzt dazu gebracht an LMDE folgende Änderungen für apt vorzunehmen.

#/etc/apt/apt.conf.d/00default 
APT::Default-Release "stable";

Das stellt mir zunächst mal sicher, dass ich eigentlich „stable“ haben will, es sei denn Stable hat das nicht, was ich will. Linux Mint Debian arbeitet auch mit /etc/apt/preferences.d
 und hat für die Mintpakete einen Präferenz von 700 und 750 angegeben. Deswegen habe ich mir für Debian stable

# /etc/apt/preferences.d/stable.pref
# 500 <= P < 990: causes a version to be installed unless there is a
# version available belonging to the target release or the installed
# version is more recent 

Package: *
Pin: release a=stable
Pin-Priority: 600


mit einem geringeren Wert erstellt um Linux Mint vor Debian Buster zu nehmen, wird das gewünschte Paket dort nicht gefunden, soll apt in testing nachschauen.

# /etc/apt/preferences.d/testing.pref
# 100 <= P < 500: causes a version to be installed unless there is a
# version available belonging to some other distribution or the installed
# version is more recent

Package: *
Pin: release a=testing
Pin-Priority: 400

Und war das immer noch nicht erfolgreich, dann gibt es vielleicht noch ein altes Paket:

#/etc/apt/preferences.d/oldstable.pref
# 0 < P < 100: causes a version to be installed only if there is no
# installed version of the package

Package: *
Pin: release a=oldstable
Pin-Priority: 99


Auch dann kann es sein, dass ich immer noch nicht mein Paket habe, also gehe ich noch eine Stufe weiter und werde instabil:

# /etc/apt/preferences.d/unstable.pref
# 0 < P < 100: causes a version to be installed only if there is no
# installed version of the package

Package: *
Pin: release a=unstable
Pin-Priority: 50

Und in der letzten Verzweiflung, weil das Paket immer noch nicht da ist schliesslich die experimentelle Pakete:

#/etc/apt/preferences.d/experimental.pref
# 0 < P < 100: causes a version to be installed only if there is no
# installed version of the package

Package: *
Pin: release a=experimental
Pin-Priority: 1


Die Quellen für oldstable, stable, testing müssen dann natürlich auch in /etc/apt/sources.list.d vorhanden sein

# Beispiel für Testing /etc/apt/sources.list.d/testing.list
deb http://security.debian.org /debian testing main
deb http://debian.mirror.net-d-sign.de/debian/ testing main contrib non-free
deb http://debian.mirror.net-d-sign.de/debian/ testing-updates main contrib non-free
deb http://debian.mirror.net-d-sign.de/debian/ bullseye-backports main contrib non-free


Ein paar Pakete sind wohl auch nur in http://www.deb-multimedia.org/  zu finden

deb https://ftp-stud.hs-esslingen.de/pub/Mirrors/debian-multimedia/ stable main
deb-src https://ftp-stud.hs-esslingen.de/pub/Mirrors/debian-multimedia/ stable main


Und was ich jetzt nicht nachinstallieren kann, werde ich mir wohl überlegen, ob ich es lösche oder was es genau ist und warum das mal auf die Festplatte gelandet ist. Sowas wie ldapauthsearch.c ist ein kleines Progrämmchen, welches Authorisierung bei einem konkreten LDAP-Server vornimmt und natürlich kein Paket kennt, aber vielleicht mal gegen die neue Distribution kompiliert werden sollte. Das alte Binary funktioniert allerdings übrigens auch das alte gif2png tat es ohne klagen, würde aber eben nicht durch das Packagemanagement gepflegt und upgedated.

Bis jetzt gefällt mir Linux Mint Debian sehr gut. Cinnamon ist ein schöner Fenstermanager, der nur ein klitzekleines Problem hat, wenn zuviele Menüpunkte vorhanden sind, dann sprengt er das Display. Das gleiche macht Cinnamon bei zuvielen Wlans in der Networkmanageranzeige. 

Cinnamon Menü
Cinnamonmenü sprengt die Anzeige

 

Auf obigen Screenshot ist die Auswahl auf Barrierefreiheit, welche aber bereits nicht mehr zu sehen ist und die Untereinträge hat 6 Menüpunkte, wobei der erste Cellwriter ist und  davon ist gerade noch der letzte Screenmagnifier zu sehen. Die Eingabezeile oberhalb des Menüs zu erreichen ist da erst Recht unmöglich. Das ist äusserst ungeschickt von Cinnamon.  Leider ist es im Menüeditor nicht möglich die Hauptmenüs umzuarrangieren um zum Beispiel Barrierefreiheit als Untermenü von Zubehör zu machen. Das ist schade, der Fenstermanager an sich gefällt mir nämlich. Der Workaround schaute dann so aus, einfach Menüeinträge zu löschen, was aber dann natürlich die dazugehörigen Programme nicht mehr über das Menü zugänglich hält. Was für mit mit Alt+F2 an sich kein Problem ist, wenn ich weiß, was ich starten will. Aber manchmal hat man den dazugehörigen Befehlsnamen einfach vergessen oder weiß ihn schlicht nicht. Die Befehle sind ja meist auf Englisch und was schnell über „Einstellungen“ gefunden wird, heisst dann in Wirklichkeit cinnamon-settings oder „Benutzer“ ist dann in Wirklichkeit cinnamon-settings-users. 

Wen wie mich stört, dass bei einem update-initramfs ein ‚dead_belowmacron‘ auftaucht, der kann sich ja einfach das in der  Datei /usr/bin/ckbcomp

my %xkbsym_table = (
    'dead_belowmacron' => 'fe68',
    'space' => '0020',

hinzufügen und die Fehlermeldung ist weg. Was mich betrifft, bleibe ich erstmal bei Linux Mint in der Debianvariante. Mit den obigen Änderungen habe ich vermutlich alles was ich brauche.