München und die AfD

Sowas wird man doch mal sagen dürfen. Aus diesem Grund will ich jetzt mal sagen, warum nicht alle AfD-Wähler dumm sind und es intelligente Gründe gibt, die AfD zu wählen insbesondere dann, wenn sie die Macht ergreift. AfD Wähler werden dies niemals im persönlichen Gespräch sagen. So manch ein Münchner AfD-Wähler wird wahrscheinlich nicht einmal zugeben die AfD gewählt zu haben.

In Dorfchemnitz sind die Gründe offensichtlich, weil sie dort einfach abgehängt sind im Standortwettkampf dieser neoliberalen Republik. In München so scheint es, gilt dieses Argument nicht. Das ist aber nicht ganz so. München hat einen imensen Zuzug. Die Mietpreise steigen und steigen. Wer als Altmünchner umziehen wollte, hat dazu keinerlei Chance. Er kann glücklich sein, wenn er seine Wohnung behalten darf.
Wohneigentum sind für einen Arbeiter Utopie. Dennoch gibt es Arbeitsstellen, die eine Bezahlung haben, die nicht einmal die Mietkosten decken. Diese Arbeitsstellen werden sogar besetzt und sie werden manchmal von Menschen besetzt für die 1600 Euro Netto in Ostdeutschland ein hohes Gehalt sind. In München kannst Du Dir dafür gerade mal ein Mietklo leisten. Manche ziehen dann trotzdem hierher um nach einem oder zwei Jahren wieder zu verschwinden, weil sie feststellen, dass sie von dem Lohn dann weniger in der Tasche haben, als wenn sie woanders für weniger Geld arbeiten würden.

Für den Altmünchner hat das den Nachteil, dass er die Löhne, die in dieser Stadt eigentlich für eine Kassiererin oder sonst eine einfache Tätigkeit gezahlt werden müssten, damit man davon leben könnte, nicht durchgesetzt bekommt. Aber auch bei hochqualifizierten Jobs ist das so. Ich kannte einen Ingenieur, der eine Abfindung von 600.000 Euro genommen hatte. Das war die Zeit als Digital von HP geschluckt wurde. Er war der irrigen Meinung, dass die 600.000 Euro ihn bis zum nächsten Job schon über Wasser hätten halten können. Da hatte er sich geirrt. Wäre früher mit eigenem Haus noch die Arbeitslosenhilfe möglich gewesen, ist jetzt mit dem SGBII der Fall halt so, dass er keinen Cent bekommt. Das Haus war zwar jetzt abbezahlt, aber für ihn und seine Frau zu groß, nach SGBII Regeln. Er war für SGBII zu reich und musste das Restgeld nach Bezahlung der Hypothek verleben. Seine hohe Qualifikation nützte ihm überhaupt nichts, weil plötzlich viele dieser älteren Hochqualifizierten auf dem Arbeitsmarkt waren. Die Stellen wurden von billigeren Arbeitskräften von ausserhalb besetzt.

Solche Menschen fühlen sich nicht nur bedroht, sie sind es in ihrer Lebensweise auch irgendwie. Für diese Menschen wird das andere Menschen wegschicken plötzlich eine Gedankenperspektive. Würden diese anderen Menschen nicht kommen, dann ginge es ihnen vielleicht wieder besser. Unabhängig, ob das stimmt oder nicht, ist es aus einer egoistischen Perspektive tatsächlich so. Die anderen sind schuld. Die AfD verspricht das alte Leben. Die AfD verspricht die Begrenzung des Zuzuges. Die Menschen fragen sich genausowenig wie bei der NSdAP wie die AfD, dass dann machen will. Beziehungsweise sie wollen es vielleicht auch gar nicht so genau wissen, sie wollen nur, dass es ihnen selbst wieder besser geht.

Ich halten den Bruder meiner Großmutter für keinen Mörder, aber er hatte das NSdAP-Parteibuch und mit diesem Parteibuch wurde er dann Professor an der LMU. Die Professorenstelle wurde frei, weil ein Jude halt verschwand. Es ging ihm mit dem NSdAP-Parteibuch tatsächlich besser. Es wurde nicht gefragt, was mit den Juden geschah. Vielleicht wusste man es, aber man wollte es gar nicht wissen.

Das ist die Parallele zum Erfolg der AfD. Die Abgehängten wollen gar nicht wissen, wie die AfD das dann macht, die wollen, dass es ihnen besser geht. Und aus egoistischer Sicht heraus haben sie dafür vernünftige Gründe. Es gibt in München für Münchner so gut wie keinen bezahlbaren Wohnraum mehr. Selbst der soziale Wohnungsbau ist für arme zu teuer. Aber selbst wenn jemand in der Mittelschicht wäre, ein Häuschen ist nicht unter einer Million zu haben. Da dass in München niemand zugeben möchte, dass er sich München eigentlich nicht leisten kann, steigt die Überschuldung. Jedem geht es öffentlich hier gut. Selbstverständlich geht keiner auf pegidaähnliche Veranstaltungen. Die reichen Münchner gefallen sich darin, dass es sowas wie in Dresden hier nicht gibt. Aber das ist halt nur die verlogene Oberfläche. Die Armut und die Probleme der Menschen werten totgeschwiegen. Die Flaschensammlerin am Hauptbahnhof bekommt 2000 Euro Bussgeld und Hausverbot. Damit sind die Probleme zwar aus dem Blickfeld aber nicht verschwunden.

Eine Kampagne wie fediwgugl muss jenen Menschen, die überschuldet sind und noch nicht einmal 980 € für eine plötzliche Ausgabe haben, wie blanker Hohn erscheinen. Sie sagen dann, dass sie die AfD aus Protest wählen. Eigentlich wählen sie die AfD, weil sie gar nicht wissen wollen, wie die AfD es dann machen würde, dass es ihnen besser geht und in Kauf nehmen würden, dass der „Migrant“ und der „Arbeitsscheue“ im Arbeitslager verschwindet, Hauptsache ihnen ginge es dann wieder besser.

Übrigens laut destatis haben 33 Prozent also ein Drittel der Bevölkerung diese 980 Euro aus eigenen finanziellen Mitteln nicht und ich gehöre da nicht dazu.

Öffentlich rechtlicher Rundfunk

„Neben einem Grundversorgungsauftrag und einem gesetzlich definierten Programmauftrag ist eine der weiteren wesentlichen Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks daher die Wahrung der politischen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit.“ so Wikipedia und Vorbild der deutschen Anstalten war die BBC, die im Gegensatz zu den deutschen Anstalten tatsächlich auch heute noch neutral und faktenbasiert unterrichtet und informiert. Die deutschen Anstalten tun das hingegen nicht mehr, sondern lassen sich vom Mainstream jagen. Am deutlichesten wurde das für mich in den Wahlkämpfen des Jahres 2017.

Sowohl ARD als auch ZDF verhalten sich auf der Quotenjagd wie privatrechtliche Organisationen und schielen auf den Erfolg. Wenn die Bildzeitung ein Thema macht, dann steigen alle öffentlich-rechtlichen Anstalten darauf ein. Sie bemühen sich um eine möglichst hohe Quote statt auf anständig recherchierte und unabhängige Berichterstattung wert zu legen. Kriterien die noch vor 30 Jahren objektiv nachprüfbar waren gelten nicht mehr. Es werden auch bei der Berichterstattung über Parteien nicht die harten Fakten genommen, sondern sich weich zurechtgeschusterte um dem Mainstream folgen zu können.

Nehmen wir als Beispiel den saarländischen Rundfunk, der im Wahlkampf um den Einzug in das saarländische Parlament die Piraten, die im Parlament sassen nicht berücksichtigt hat und die AfD vorgezogen hat. Oder nehmen wir als anderes Beispiel die undifferenzierte Berichterstattung über die Parteien, die zur Bundestagswahl antreten. Es wurde da nach „Beliebtheit“ sortiert und nicht nach harten Fakten. Die harten Fakten gibt es aber.

Das Kriterium, wer im Parlament sitzt und wer nicht, ist so ein objektiv hartes Kriterium. Ein anderes hartes objektives Kriterium ist, wer in in allen Ländern antritt oder nicht. Auch Anzahl der Mitglieder könnten so ein objektives Kriterium sein, zu welchen Veranstaltungen welche Parteien eingeladen werden. Diese Art der Objektivität wäre möglich. Danach wurde sich aber nicht gerichtet.

Der Wähler wurde auf keinen der Portale und in keiner Wahlsendung über den Wert seiner Stimme aufgeklärt. Es wurde nicht annähernd darüber aufgeklärt, welche Partei wo antritt und wie deren Chancen im Vergleich der Magdeburger Gartenpartei zum Beispiel ist. Selbst wenn alle Wähler, wo die Magdeburger Gartenpartei antritt nur diese Partei wählen würde, dann käme die Partei nicht über 5% sondern nur auf 3%. Da wäre es dann schon sinnvoll, wenn diese Wähler nur mit der Erststimme die Partei wählen, über die Zweitstimme hat diese Partei keine Chance, weil das Bundesland selbst nicht 5% der deutschen Wähler ausmacht. Solch eine politische Bildung könnte man von einer Grundversorgung erwarten. Stattdessen wurde von 48 oder 42 Parteien geschwafelt. In keinem Bundesland treten soviele Parteien an, nicht in einem Einzigen. Es wurde eine Vielfalt suggeriert, die so nicht existiert.

Umgekehrt wurde der Alternative für Deutschland auch dann noch ein Podium geboten, als sie sich mit Entsorgungen und Erschiessungen in Aussagen einen Namen gemacht hat. Das war sicherlich nicht im Sinne der Einführung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Im Gegenteil der öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte informativ sein, dadurch dass er eben finanziell unabhängig ist und sich nicht nach Beliebtheit richten muss. Er sollte eben genau jene Informationen bieten, die im Beliebtheitswettbewerb verloren gehen. Dafür hat er ja dann die Beiträge.

Das alle Anstalten dem nicht mehr Nachkommen, hat der öffentlich rechtliche Rundfunk in Deutschland seine Daseinsberechtigung verloren. Wäre er so unabhängig und objektiv wie die BBC könnte man darüber verhandeln, aber der erbärmliche Zustand, den der öffentlich rechtliche Rundfunk im Wahlkampf 2017 abgegeben hat, ist kein Grund mehr an dem Konzept festzuhalten.

Der Wähler wurde nicht informiert, er wurde verarscht. Auch dass man sich auf das Spielchen mit Merkel eingelassen hat und letztlich der Regierungspartei mehr Raum gegeben hat, spricht Bände. Die BBC hat sich für sowas nie hergegeben und vielleicht geniesst die BBC deswegen heute noch einen hervorragenden Ruf. Die BBC hat sich nie zur Hure gemacht.

Die deutschen öffentlich rechtlichen Anstalten sind in der Zwischenzeit Politikhuren, die noch nicht einmal früher selbst aufgestellte Regeln mehr einhält. Es ist ein Selbstbedienungsladen, der privaten Medien hinterherläuft und denen Konkurrenz macht. Der Staatsrundfunk (ja sowas haben wir auch die Deutsche Welle) ist dagegen ein Ausbund an Neutralität und Faktentreue.

Der Wähler könnte auch neutral darüber aufgeklärt werden, was die Stimme in seinem Bundesland jeweils wert ist. Damit eine Partei die fünf Prozenthürde überwindet, braucht sie ca. 3 Millionen Stimmen. Tritt eine Partei in allen 16 Bundesländern an, so benötigt sie pro Bundesland ca. 187500 Stimmen. Tritt eine Partei in nur einem Bundesland an wie die Magdeburger Gartenpartei in einem Bundesland mit 1,3 Millionen Wählern geht die Rechnung nicht mehr auf. Und dann gibt es noch viele Mischformen in Bayern mit 11 Millionen Einwohnern sieht die Rechnung halt anders aus und die CSU mit ihren vielen Direktmandaten kommt so oder so rein, die können ja noch nicht einmal Listenkandidaten in das Parlament bringen. Auch hier wäre Aufklärung von den öffentlich-rechtlichen sinnvoll. Ein Joachim Herrmann ist in 15 Bundesländern nicht wählbar, selbst wenn ein Wähler in der Wahlkampfsendung auf die Idee käme ihn zu wählen oder nicht zu wählen, er kann es gar nicht – es sei denn er wohnt in Bayern. Auch der häufig aufgetretene Alexander Dobrindt wird in den Bundestag einziehen, weil die stockschwarzen Weilheimer ihre CSU auch dann noch wählen, wenn die CSU einen Verbrecher aufstellen würde.

Eine Aufklärung über solche Sachverhalte findet in keiner Anstalt statt nicht in einer Einziger. Derweil gehörte solches Wissen zu politischen Grundversorgung. Der Wähler sollte das wissen.

Transparenz für den Leser, damit nicht nachher jemand schreit, das hast du doch nur geschrieben, weil du Mitgründer einer Kleinstpartei bist, die bundesweit antritt. Ja, das Grundeinkommen ist bundesweit wählbar und bräuchte durchschnittlich nur 185000 bis 195000 Stimmen pro Bundesland, aber deswegen habe ich das nicht geschrieben. Generell habe ich zu wenig Informationen von den öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten erhalten und ich bin kein monothematischer Mensch, selbst wenn ich eine monothematische Partei mitbegründet habe.
Ich bin da Demokrat und gönne jeder demokratischen Partei den Einzug in den Bundestag.

Stolz

Gauland will also stolz sein auf die Leistungen deutscher Soldaten in beiden Weltkriegen. In seiner Rede dazu beginnt er beim Stauferkaiser und geht über die Goethezeit dahin. Ich heiße zwar Schiller aber ein angeheirateter Vorfahr Johann Wolfgang Textor ist glaube ich der Großvater von Goethe. Mein Urgrossvater hat da mal einen ganzen Stammbaum erstellt, das war noch vor den Nazis und ich bin sozusagen ein biodeutsches Gewächs. Ein so urdeutsches biodeutsches Gewächs, dass der Bruder meiner Großmutter, seine Professur an der LMU quasi der NSdAP verdankt. Mein Großvater war Jurist und ebenso in der NSdAP sogar in einer Reiterstaffel der SS. Er hat sein Engagement mit dem Leben an der Weichsel in der sechsten Armee bezahlt. Mein Großvater mütterlicherseits war kein Nazi, aber er wurde ebenso eingezogen und fiel ebenso an der Ostfront – soviel zu dem zweiten Weltkrieg. Aber auch der erste Weltkrieg hat Blutzoll in der Familie gefordert. Tante Emma Schiller heiratete einen Strohm und wenn ich mich nicht irre sind im ersten Weltkrieg aus diese Familie sieben oder acht Vettern gefallen. Das war ein so einschneidendes Ereignis, dass sich bis zu meiner Generation fortpflanzte und immer noch lebendig erzählt wurde, wobei sich die Zahl der Gefallenen im ersten Weltkrieg nicht auf die Strohms beschränkt, sondern auch Theodor Kübel und andere Vorfahren in dem Krieg gefallen sind.

Ich bin nicht stolz auf die Familienleistung mit ihrem Blutzoll. Heute ist übrigens Elisabeth Cranach vor 372 Jahren gestorben. Wer das war? Die Frau von Polycarp Leyser und Tochter von Lucas Cranach dem Jüngeren. Das weiß ich daher, weil mir phpgedview die Geburts- und Todestage von Verwandten anzeigt und ich gerade nachgeschaut habe. Es gibt da viele Verwandte, die einiges zur deutschen Kultur beigetragen haben. Die Bandbreite geht von Mathematikern wie Daniel Christian Ludolph Lehmus über die erste Ärztin Deutschlands Emilie Lehmus, die Schiller-Apotheke in Rothenburg ob der Tauber, heißt nach einem meiner Vorfahren und ettliche Pfarrer und Dekane zähle ich zu meinen Verwandten. Wenn ich auf etwas stolz sein sollte, dann vielleicht auf die Cranacher Maler, aber außer dass es Vorfahren sind, was hätte ich damit zu tun?`Selbst wenn der derzeitige EKD-Vorsitzende ein Verwandter ist, dann ist das nicht meine Leistung.

Warum lege ich das hier offen und warum erzähle ich das? Weil sich mir bei der Rede von Gauland der Magen umgedreht hat und ich bin mir ziemlich sicher Goethe hätte sich auch der Magen umgedreht. Er missbraucht meine verstorbenen Ahnen. Er hat kein Recht auf deren Leistung stolz zu sein.

 

 

 

 

Verrottete Gesellschaft

Es gurkt eine Meldung durch das Netz. Ich weiß nicht, ob sie wahr ist. Hier http://m.sz-online.de/nachrichten/vorfall-am-netto-sorgt-fuer-empoerung-3769411.html ist sie nachzulesen. Die Kommentare zu dieser Meldung, ob sie nun echt sind oder gefälscht, sind dabei noch interessanter.

Wir leben in einer moralisch total verrotteten Gesellschaft. Niemand, aber auch wirklich niemand, frägt sich auch nur ansatzweise, wie es dazu kommen konnte (wenn sie denn wahr ist und sie wird von den Kommentatoren als wahr angenommen), sondern der Schuldige ist in den Kommentaren vollkommen klar. Es sind die Wasserwegschütter.

Wer die Geschichte nur ein klitzekleinesbisschen kennt, der weiß das Zigaretten vor der Währungsreform quasi ein Geldersatz waren. Das kam nicht von ungefähr. Wer nur fünf Minuten sein Hirn einschalten könnte, der könnte vielleicht darauf kommen, dass das System hier krank ist und nicht die Wasserwegschütter. Diese verhalten sich in gewisser Hinsicht sogar noch rational.

Diejenigen die die Wasserwegschütter verurteilen, die bekommen nur vor Augen geführt, dass sie selbst das Wasser weg schütten. Sie sind diejenigen die ohne Sinn und Verstand im Kontrollwahn das Wasser wegschütten. Sie entwürdigen die Menschen. Ihre Aufregung zeigt ihre moralische und ethische Verrottung. Sie sind im Grunde ihrer Seele abgrundtief böse und haben nichts aber auch gar nichts vom Menschen und Menschlichkeit verstanden.

PCWahl

Die Sicherheitslücken bei PCWahl sind nicht lustig. Schaut man in den Haushaltsplan von kleinen Gemeinden zB. Lindenberg, dann wird für diese Software für die Wartung 330€ abgeknöpft. Je nachdem wieviele Gemeinden und Städte die Software im Einsatz haben, kommt da ein ganz schönes Sümmchen zusammen. Der Preis scheint auch nicht überall gleich zu sein bei Bad Nauheim steht für Wartungsvertrag Programm PC-Wahl 800 € zum Beispiel.

Was nun macht diese Software? Sie dient einerseits zur Ergebniserfassung und andererseits kann sie die Ergebnisse auch präsentieren lt https://www.wahlinfo.de/pcwahl/datenblatt/index.html

Es ist äusserst schade, dass das Programm nicht im Quelltext vorliegt. Warum eine Binärdatenbank sicherer sein soll als jede PGP-verschlüsselte Datenbank erschliesst sich mir nicht. Nähmen wir mal an ich hätte eine Maildatenbank mit lauter PGP-verschlüsselten Mails darinnen und jede einzelne Mail wäre genau ein Scan des Wahlzettels, dann wäre das alles entscheidende, dass der Wahlzettel nicht doppelt auftaucht. Das könnte man vermeiden in dem jeder Schlüssel genau einmal verwendbar ist. Warum ein binäre indexfreie Datenbank hier nun, ausser das niemand deren Inhalt überprüfen kann, hier ein Sicherheitsvorteil sein soll, erschliesst sich mir hingegen gar nicht.

Ein OpenSource-System hätte gegenüber PCWahl wenigstens den Vorteil, das technisch versierte Wähler wenigstens die Sicherheitslücken verstehen könnten und im Quelltext nachschauen könnten, was genau der Fehler ist. Klar ist einer der ersten Fehler der Mensch, der ihr die Wahlzettel erfasst, aber es ist ja nirgendwo nachvollziehbar, was die Software dann mit dieser Erfassung macht. Man ist auf die Behauptung des Herstellers angewiesen, das es sicher sei. Das kann frech gelogen sein, das Programm steht dem Wähler zur Überprüfung im Quelltext nicht zur Verfügung.

Dafür gibt der Staat dann auch noch einen Haufen Geld aus. Wenn die Preise in den verschiedenen Haushaltsplänen stimmen wohl mehrere Millionen für Intransparenz.

Die andere Seite der Medaille

Katrin Hilger schrieb einen an sich guten Artikel „Warum das Problem mit der AFD hausgemacht ist“

„Ich behaupte, nicht die Flüchtlinge haben die Deutschen so fuchtig gemacht, sondern die Lügen und der Aktionismus drumrum.“ das mag zum Teil stimmen und ist sicherlich auch ein Teil der Wahrheit. Als die Flüchtlingskrise begann war ich im Urlaub und bewusst offline ausserdem war ich im Ausland. Als ich zurückkam, kam ich in ein geteiltes Land zurück.

Da war die euphorische Münchner Willkommenskultur im Gegensatz zu der panischen Wirwerdenüberranntkultur. Auf Twitter äusserte ich dann „Und auch die übertriebene Fremdenliebe ist nur die andere Medaille des Rassismus. Beide Seiten reagieren auf ihre Weise rassistisch.“

Zunächst gibt es mehrere Strömungen, die dieses Phänomen verursachen. Da wäre auch natürlich der schon lange in Europa beheimatete Exotismus zu benennen.

Auf der anderen Seite gibt es in Deutschland noch das Phänomen des guten Deutschen. Das ist eine spezielle psychische Strömung in Deutschland, die sich in Abgrenzung zu den Gräuel des dritten Reiches entwickelt hat. Die Judenvernichtung und Judenverfolgung im dritten Reich führte nach 1945 dazu, dass niemand etwas damit zu tun haben wollte. Und mit niemand war wirklich niemand zu verstehen. Der Witz, das Kaltenbrunner Adolf gezwungen hätte, kam da nicht von ungefähr.

Ähnlich wie bei den Stasiopfern ging aber die Republik weiter und das teilweise mit dem gleichen Personal. Jedoch und das kann man durchaus mit dem Regimewechsel in der DDR zur BRD vergleichen, die Beamtenpensionen wurden auch den Altnazis gezahlt wie den Altstasis, wohingegen die Opfer teilweise bis heute auf Entschädigung warten. Wer glaubt, das sich Menschen von 1945 bis 1950 plötzlich so fundamental geändert hätten, der muss schon sehr naiv sein. Aber klar war auch, dass die Mehrheit jetzt zu den Guten gehören wollte. Zwar gab es auch echte Widerständler wie Willy Brandt, die nach oben kamen, aber die Republik war in ihrer Anfangszeit durchaus naziverseucht. Eine Stelle behalten konnte aber nur, wer sich gewandelt hatte. Der gute Deutsche unterstützte selbstverständlich Israel. Die Kinder wurden auch in dieser Richtung erzogen und über die Vergangenheit sprach man nicht. Es dürfte wohl kein Zufall sein, dass 1968 dann auch die Studentengeneration entstand, die gegen den Muff unter den Talaren aus 1000 Jahren rebellierte.

Das Gutsein entstand hier nicht durch eine Aufarbeitung des Bösen, sondern eher in der Abwendung vom Bösen und einem schlechten Gewissen eines ertappten Verbrechers. Hierbei wurde von Teilen noch nicht einmal die Tat bereut, sondern dass man dabei erwischt wurde. Und wie tief das sitzt, habe ich an dem latenten Antisemitismus meines Vaters kurz vor seinem Tod bemerkt. Er wurde in der Hitlerjugend erzogen und hat selbst keine Kriegshandlung begangen als weißer Jahrgang wurde er vom selbst morden verschont. Auch sonst in allen seinen öffentlichen Äusserungen ist ihm sein Antisemitismus nie anzumerken gewesen. Aber es waren wenige Monate vor seinem Tod, als er 2008 am Telefon mir was vom jüdischen Weltkapital erzählte und dessen Verschwörung und ich erschrak. Er war durchaus ein intelligenter Mann und das ist vielleicht das, was mich am meisten daran schockierte. Und ja ich liebe meinen Vater und auch meine Großmutter noch immer, aber ich gehe mit ihren heimlichen Ansichten nicht konform. Nun kann ich von diesen inneren Familienansichten über den nach aussen gewendeten guten Deutschen natürlich nicht ein Pauschalurteil über alle Deutschen machen. Aber in der AfD oder der deutschen Mitte bricht sich für meine Begriffe hier nur der vergrabene böse Deutsche Bahn, der die ganze Zeit da war.

Aber nun zu der anderen Seite der Medaille, die Motivation ein gutes Bild zu machen und zum guten Deutschen gehören zu wollen, ist nach außen dann doch so groß, dass Kritik an Juden, Fremden oder Ausländern sich nicht gehört. Teilweise sind Kinder von ihren Eltern so erzogen worden und betrachten sich vielleicht wirklich als gut. Aber es mag eben nicht intrinsich gut sein aus der moralischen festen Überzeugung heraus und philosophisch gebildeten Werten. Es ist ein erzogenes Messer und Gabel benutzen. Und hier kommt eben auch ins Spiel, dass sich Kritik an dem Fremden verbietet. Die haben eben gut zu sein. Begründen können diese das dann nicht, im Gegenteil, wenn man solche Menschen dazu auffordert, warum die Kritik an diesem oder jenen Syrer schlecht sein sollte, dann wird eine sachliche Auseinandersetzung nicht möglich sein. Dann wird man von diesen Guterzogenen in die Ecke der AfD gestellt. Genau daran zeigt sich für mich auch, dass diese nur die andere Seite der Medaille sind. Die sachliche Aufklärung die Katrin Hilger, da von der Politik fordert, war gar nicht möglich. Wir haben immer noch Verletzungen des zweiten Weltkrieges, die sich bis heute fortplanzen und sei es darin radikal gut sein zu wollen. Dabei ist das Gute nicht alleine das, was man so tut. Flüchtlingen zu helfen ist sicherlich nobel. Aber das alleine reicht nicht aus. Das Gute zu wollen ist eben letztlich mehr. Es braucht ein Fundament und nicht nur eine Erziehung.

Insofern hat Kartrin Hilger zwar Recht mit dem was hätte getan werden müssen, beleuchtet aber nicht, warum wir in unserer Republik unfähig sind es zu tun.

Nazi

Je nach Ecke wird mir vorgeworfen, dass ich doch so ein Mitglied der Alternative für Deutschland nicht als Nazi bezeichnen kann, schließlich sei das doch eine demokratische Partei. Oder aus der anderen Ecke, dass das Neonazi heißt und nicht Nazi.

Das Wort Nazi hat eine gewisse Begriffsgeschichte hinter sich und ich verwende es nicht in dem Sinne der Anhänger von 1903 von Friedrich Naumann. Auch die Nationalsozialen unter Friedrich Naumann wurden vor dem Auftreten der Nationalsozialisten als Nazi bezeichnet. Zu dem Zeitpunkt war der Begriff noch nicht mit Mord und Totschlag belegt. 1887 wird der Nationalsozialissmus so beschrieben „Der Staat ist ihm „..(gemeint ist Otto von Bismarck)..“ nicht nach dem heutigen Parteiwesen eine Summe von Einzel­willen, sondern der Gesamtwillen als Ausdruck des Nationalgeistes. Deshalb kennt er aber, wie nur Einen Gott, auch für die Gegenwart nur einen vernünftigen Parteibegriff, nämlich, so könnte man sagen, den Nationalsozialismus mit dem Einen Programm des christlichen Gebots der Gerechtigkeit und der Liebe. Den ersten Repräsentanten solcher Einheits-Nationalpartei hat man im Fürsten Bismarck zu erkennen.“

Es ist schon 1887 zu erkennen, dass es mehr eine Religion als eine Partei darstellt. Der Nationalsozialissmus ist dem Islamissmus nicht unähnlich. Der IS ist quasi die AfD Syriens und was die dann treiben, wenn sie wirklich die Macht haben, kann man dort ja beobachten. Der IS macht es halt am Islam fest und die AfD halt am Volk. Die einen sind halt Verräter Allahs und die anderen Volksverräter.

Das die Alternative für Deutschland so schwer zu fassen ist, in ihrer gewaschenen Sprache, hat natürlich damit zu tun, dass die Auswüchse des Nationalsozialissmus im dritten Reich mit der Propagandasprache, eine Ausweichsprache kreiert. Statt der Endlösung ist es halt dann die gaulandsche Entsorgung. Statt der Erschießung ist es halt der storchsche Schußwaffengebrauch. Harmloser wird das ganze dadurch nicht. Selbstverständlich geht mir jeder Anhänger der Alternative für Deutschland an die Decke, wenn ich ihn als Nazi bezeichne. Das ist eigentlich fast schon wieder ein gutes Zeichen, denn sie wollen eigentlich dann wohl nicht mit Mördern gleichgesetzt werden oder aber die andere Möglichkeit, sie gehen an die Decke, weil sie enttarnt sind und das auch nicht wollen.

Ich denke die Nationalsozialisten in der Alternative für Deutschland teilen sich in zwei Gruppen. Die einen sehen tatsächlich Ihr Volk in Gefahr und glauben kindisch an ihr Volk. Das sind die Verführten, die tatsächlich vielleicht noch was positives im Sinn haben. Die anderen aber sind keine Verführten und sie sind auch nicht dumm. Sie sind tatsächlich von einem reinen Volk überzeugt und brauchen sowas wie Alice Weidel auch als Deckmantel. Aber in Wirklichkeit wollen diese ihre Volksfeinde tatsächlich ermorden und auslöschen. Unwertes leben gehört für sie beseitigt und wenn sie an der Macht wären, dann würden sie genauso brutal vorgehen wie der IS.

Deswegen sind das für mit auch keine Neonazis, da ist nichts neues dran. Sie sind Nachkömmlinge  der nationalsozialistischen Geschichte und sie lehnen die Verantwortung für den Judenmord ab, nicht weil sie keine Juden morden mögen, sondern weil es Ihnen die Maske vom Gesicht reißt. Ein Mörder ist heimtückisch und sagt dem zu Mordenden vorher nicht, dass er ihn ermorden will. Die ganzen Ausrutscher und auch als Tastaturausrutscher bezeichneten Ausrutscher sind keine, sie zeigen nur das wahre Gesicht der Alternative für Deutschland.

Selbstverständlich spielen sie nach demokratischen Regeln, aber das hat die NSdAP auch getan, dieses Spiel wird solange gespielt, bis man die Macht an sich reißen kann. Wer aus Protest die AfD wählt ist entweder dumm oder vielleicht naiv oder aber eben ein Nazi. Es gab ja auch Juden, die die NSdAP gewählt haben, spätestens im KZ haben sie dann gewusst, daß sie etwas falsch gemacht haben, aber da war es zu spät.

„Wehret den Anfängen!“ ist ein harmloser Spruch, wenn wir uns jetzt nicht anfangen zu wehren. Wer die Alternative für Deutschland wählt, der muss auch klar als Dummkopf oder Nazi bezeichnet werden. Wenn das Volk aus einer Mehrheit von Mördern bestehen sollte, dann muß man wohl das Land wieder einmal verlassen, bevor man gemordet wird. Noch sind wir nicht so weit, aber es wird Zeit Widerstand zu leisten.